Presseartikel 2011

Sterben in der Familie

23.07.2011 – Todkranken Kindern das Sterben in der eigenen Familie ermöglichen

Erhard Schubert und der Verein „Wir Helfen“ unterstützen Kinderpalliativteam Südhessen

Der Laubacher Gastronom Erhard Schubert ist ein umtriebiger Mensch, dem es immer wieder ums Helfen geht. Jetzt hat sich der Aktivist aus dem Hilfsverein „Wir Helfen“ der Herzensangelegenheit des Krebsarztes der Frankfurter–Uni–Kinderklinik, Klaus Siegler, angenommen.

„Drei von vier Kindern kriegen wir gesund“, so der Onkologe mit jahrzehntelanger Erfahrung. 25 von hundert kranken Kindern sterben. Und von diesen todkranken Kindern wiederum stirbt nur die Hälfte daheim in vertrauter Umgebung in der Familie. Dabei wollen viele, denen aufgrund ihrer „lebenslimitierenden Erkrankung“ ohnehin medizinisch nicht mehr zu helfen ist, die letzten Tage und Stunden nicht in einer Klinik verbringen, wo sie mitunter „künstlich am Sterben gehindert werden“, wie es der Mediziner formuliert. Mit Beispielen und Schicksalen kann er sehr eindrucksvoll erläutern, um was es ihm geht. Was fehlt für das friedliche und oft gewünschte Sterben zu Hause (Siegler: „Das Krankenhaus ist dann nicht mehr der richtige Ort“), ist auch für Kinder ein fachlich ausgebildetes Palliativteam. Für Erwachsene gibt es solche Einrichtungen, deren Arbeit inzwischen von den (gesetzlichen) Krankenkassen auch bezahlt wird. Aber für Kinder muss eine Versorgungsstruktur neu aufgebaut werden. Begonnen damit hat der Intensivmediziner und Narkosearzt Ingmar Hornke, der bereits das Palliativ Team Frankfurt gemeinnützige GmbH führt.

Hornke, Siegler und die Frankfurter Brunhild Schütze, psychosoziale Mitarbeiterin der Uni–Klinik, sammeln Geld, um ein Pilot–Kinderteam für Südhessen (Regierungspräsidium Darmstadt) aufbauen zu können. In der Region gehe es um 120 Kinder pro Jahr. Ihnen und ihren Familien sowie ihren Hausärzten und dem Pflegepersonal vor Ort soll rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche ein routiniertes und fachlich ausgebildetes Team (Hornke „Der Hausarzt ist meist überfordert“) mit einer Kinderärztin, einer Kinderkrankenschwester und einer psychosozialen Mitarbeiterin zur Verfügung stehen. Gemeinsam erarbeiten sie Pläne und Einsatzbilder für das kranke Kind, so dass alle eine gewisse Sicherheit haben und das Richtige für das Kind tun. Für den Start des Palliativteams und seine Sachausstattung (Auto, EDV, medizinische Geräte) brauchen Hornke und Siegler 150000 Euro – später übernehmen die Kassen den Betrieb.

Erhard Schubert konnte Matthias Drexelius vom Lions Club Usingen Saalburg, Uwe Schumacher vom Rotary Club Usingen und Simone Müller von der Firma Müller und Co. zum Info–Gespräch begrüßen. Sie wollen nun sehen, wie sie helfen können. Der Hilfsverein tut es auf jeden Fall.

Presseveröffentlichung Usinger Anzeiger Text: Frank Bugge

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